Hundekrankenversicherung Mops: Was ich als TFA bei Möpsen in der Praxis wirklich sehe – und was das für die Versicherung bedeutet

In zehn Jahren als tiermedizinische Fachangestellte habe ich wahrscheinlich mehr Möpse auf dem Behandlungstisch gesehen als die meisten anderen Rassen. Möpse sind Dauergäste in der Praxis – und das liegt nicht daran, dass ihre Halterinnen und Halter übervorsichtig wären. Es liegt an ihrer Anatomie. Der kurze Schädel, die hervortretenden Augen, die tiefen Hautfalten und die kompakte Wirbelsäule machen den Mops zu einer Rasse, bei der fast alles gleichzeitig empfindlich ist. Atembeschwerden, Augenprobleme, Hautfaltenentzündungen und orthopädische Erkrankungen treten bei Möpsen deutlich häufiger auf als bei den meisten anderen Rassen. In diesem Artikel erkläre ich dir aus der Praxis heraus, welche Erkrankungen beim Mops wirklich häufig sind, was sie kosten, was davon versichert ist – und warum das brachyzephale Syndrom die große Ausnahme darstellt. Im Laufe eines Mops-Lebens (10–13 Jahre) entstehen häufig Gesamtkosten von 8.000–15.000 €.

Möpse sind charmant, aber beim Tierarzt Dauergäste. Was Augen, Haut und Knie wirklich kosten – und was BOAS für die Versicherung bedeutet.

Die bestbewertete Tierversicherung am Markt.

Zusammengefasst

  • Möpse gehören zu den brachyzephalen Rassen – ihr kurzer Schädel macht sie anfällig für Atemwege, Augen, Haut und Gelenke gleichzeitig.
  • Das brachyzephale Atemwegssyndrom (BOAS) ist grundsätzlich ausgeschlossen – aber die meisten anderen Erkrankungen sind versichert.
  • Gesamtkosten über ein Hundeleben: 8.000–15.000 € (10–13 Jahre), besonders durch Augen-OPs, Hautbehandlungen und Gelenke.
  • Krankenversicherung ab 35 €/Monat, OP-Versicherung ab 15 €/Monat. 80 bis 100 % Erstattung, keine Selbstbeteiligung.
  • Patellaluxation nach 18 Monaten versichert, Zahnerkrankungen nach 12 Monaten. Kein Kündigungsvorbehalt nach Schadensfall.
  • Früher Versicherungsbeginn ist beim Mops entscheidend, weil viele teure Erkrankungen erst im Laufe des Lebens auftreten.

Was ich beim Mops in der Praxis wirklich sehe: Die häufigsten Diagnosen und ihre Kosten

Wer einen Mops hat, lernt die Tierarztpraxis schnell gut kennen. In meiner Erfahrung sind es vor allem fünf Bereiche, die Möpse regelmäßig in die Behandlung bringen:

  • Brachyzephales Atemwegssyndrom (BOAS): Die bekannteste Mops-Diagnose. Verengte Nasenlöcher, verlängertes Gaumensegel, chronische Atemnot. Eine OP zur Korrektur kostet 1.500–3.000 €, die Diagnostik 300–800 €. Wichtig: BOAS ist bei allen Versicherern ausgeschlossen, da es als angeboren und rassetypisch gilt.
  • Augenverletzungen: Die großen, hervorstehenden Augen sind extrem empfindlich. Hornhautgeschwüre sehe ich bei Möpsen regelmäßig. Diagnostik 100–300 €, OP 800–1.500 €. Erworbene Augenverletzungen sind versichert.
  • Hautfaltenentzündungen (Dermatitis): Die tiefen Falten im Gesicht und am Körper sind ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Laufende Behandlung 200–600 € pro Jahr – und das oft über das gesamte Hundeleben.
  • Wirbelsäulenprobleme (z. B. Hemivertebrae): Keilwirbel kommen beim Mops überdurchschnittlich oft vor. MRT 400–1.200 €, OP 3.000–6.000 €. Angeborene Fehlbildungen sind ausgeschlossen – erworbene Rückenprobleme können versichert sein.
  • Patellaluxation: OP 1.200–2.000 €. Bei Möpsen häufig durch die kurzen Beine und den kompakten Körperbau. Nach 18 Monaten Wartezeit versichert.

Dazu kommen Allergien und Juckreiz (400–1.000 € jährlich), Herzprobleme wie Mitralklappeninsuffizienz (Diagnose + Medikamente 400–900 €/Jahr) und Zahnprobleme aufgrund enger Zahnstellung (Behandlung 300–700 €, Zahn-OP 500–1.200 €).

Mein Tipp als TFA: Wenn du einen Mops hast, gewöhne dich an regelmäßige Augenkontrolle, tägliche Faltenreinigung und jährliche Zahnchecks. Diese drei Routinen sparen langfristig die meisten Notfälle.

Aus der Praxis: Benny, 5 Jahre – Hornhautgeschwür und Patellaluxation im selben Jahr

Benny ist ein typischer Mops-Patient. Sein Halter kam im Frühjahr mit ihm in die Praxis, weil Benny ein Auge zukniff und es tränte. Diagnose: Hornhautgeschwür – wahrscheinlich durch einen Grashalm oder beim Spielen. Die Behandlung mit Augentropfen, zwei Nachkontrollen und einer speziellen Schutzkontaktlinse kostete am Ende 380 €.

Vier Monate später fiel Benny beim Spaziergang auf – er humpelte plötzlich am Hinterlauf. Die Tierärztin diagnostizierte eine Patellaluxation Grad III. Die OP inklusive Röntgen, Narkose, Eingriff und drei Wochen Nachsorge: 1.650 €.

Bennys Kostenabrechnung in einem Jahr:

Behandlung Kosten
Hornhautgeschwür (Diagnostik + Behandlung + Nachkontrollen) 380 €
Patellaluxation OP (Röntgen, Narkose, OP, Nachsorge) 1.650 €
Laufende Hautpflege + 2 Hautfaltenentzündungen 320 €
Zahnreinigung (Vorsorge) 190 €
Gesamt 2.540 €
Bennys Halter hatte eine Hundekrankenversicherung bei Dalma mit 80 % Erstattung. Sein Eigenanteil für das gesamte Jahr: rund 500 € statt 2.540 €.

OP-Versicherung oder Vollschutz: Welcher Tarif passt zum Mops?

Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten: eine OP-Versicherung oder eine umfassende Hundekrankenversicherung. Beide Modelle können je nach Gesundheitszustand und Risiko sinnvoll sein.

1. OP-Versicherung für Möpse

Die OP-Versicherung übernimmt die Kosten, wenn dein Hund operiert werden muss – zum Beispiel bei einer Patellaluxation oder einer schweren Augenverletzung. Bei Dalma sind unter anderem folgende Leistungen enthalten:

  • Chirurgische Eingriffe bei Krankheit oder Unfall
  • Diagnostik und Voruntersuchungen bis 30 Tage vor der OP
  • Klinikaufenthalte bis 30 Tage nach der OP
  • Medikamente, Verbände und notwendige Nachsorge
  • Alternative Behandlungen wie Physiotherapie bis 30 Tage nach der OP
  • Zahnoperationen nach Wartezeit
  • Notfall-Unterbringung bis 250 € pro Jahr

2. Hundekrankenversicherung (Vollschutz) für Möpse

Die Krankenversicherung deckt nicht nur Operationen ab, sondern auch Diagnostik, Behandlungen, Medikamente und Vorsorge. Du kannst zwischen 80 und 100 Prozent Erstattung wählen sowie eine Jahreshöchstleistung zwischen 1.500 € und unbegrenzt. Enthalten sind unter anderem:

  • Tierarztkosten für Diagnostik, Untersuchungen und Behandlungen
  • Verordnete Medikamente
  • Unbegrenzte Physiotherapie
  • Alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder Osteopathie
  • Verhaltenstherapie bis 5 Stunden pro Versicherungsjahr
  • Telemedizin über FirstVet
  • Vorsorge-Budget für Impfungen, Zahnpflege und Entwurmung (ab 1.500 € Jahreshöchstleistung)

Meine Einschätzung als TFA: Für Möpse ist der Vollschutz fast immer die bessere Wahl. In meiner Erfahrung verursachen Möpse nicht nur hohe OP-Kosten, sondern auch laufende Kosten für Diagnostik, Medikamente und regelmäßige Behandlungen. Hautpflege, Augentropfen, Herzmedikation – das summiert sich über die Jahre.

Was kostet eine Mops-Versicherung bei Dalma?

Die Kosten hängen vom Alter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang ab. Die Hundekrankenversicherung für den Mops beginnt bei Dalma im Durchschnitt bei 35 € pro Monat. Eine OP-Versicherung ist meist ab 15 € monatlich erhältlich.

OP-Schutz Komfort Premium
Tariftyp OP-Versicherung Krankenvers. / Vollschutz Krankenvers. / Vollschutz
Reiner OP-Schutz Preis-Leistungs-Sieger Umfassender Schutz
Monatl. Beitrag ab 15 € ab 35 € Individuell
Kostenübernahme 100 % 80 % 100 %
Jahreshöchstl. OP Unbegrenzt Unbegrenzt Unbegrenzt
Jahreshöchstl. Heilbeh. 3.000 € Unbegrenzt
Vorsorge-Budget 70 € 100 €
GOT-Satz 4-fach 4-fach 4-fach
Telemedizin Kostenlos Kostenlos Kostenlos
Stand März 2026. Dalma bietet flexible Tarife und 15 Prozent Rabatt, wenn du mehrere Hunde gleichzeitig versicherst.

Ab dem 10. Lebensjahr sinkt der Erstattungssatz bei Erkrankungen jährlich um 5 %. Bei Unfällen bleibt er unverändert.

Wartezeiten beim Mops

Folgende Wartezeiten gelten, bevor der volle Schutz greift:

  • 2 Tage bei Unfällen
  • 14 Tage bei Operationen
  • 30 Tage bei Heilbehandlungen
  • 12 Monate bei rassespezifischen Erkrankungen (z. B. Patellaluxation, gewisse Atemwegsprobleme – mit Ausnahme von BOAS)
  • 12 Monate bei Zahnbehandlungen wie FORL, Gingivitis und Parodontitis
  • 18 Monate bei Patellaluxation (chirurgisch)

Vorerkrankungen, die bereits vor Vertragsabschluss bestehen, sind ausgeschlossen. Eine frühe Absicherung – idealerweise im Welpenalter – ist daher sinnvoll.

Was beim Mops nicht versichert ist – und warum BOAS die große Ausnahme darstellt

Dalma bietet einen sehr umfassenden Schutz, allerdings sind einige Erkrankungen aufgrund ihrer genetischen oder angeborenen Natur ausgeschlossen. Nicht versichert sind unter anderem:

  • Das brachyzephale Atemwegssyndrom (BOAS) – verengte Nasenlöcher, verlängertes Gaumensegel, chronische Atemnot
  • Angeborene oder vererbte Fehlbildungen
  • Epilepsie
  • Behandlungen rund um Trächtigkeit und Geburt
  • Schönheitschirurgische Eingriffe ohne medizinische Indikation
  • Erkrankungen durch fehlenden Impfschutz

Warum BOAS ausgeschlossen ist: Das brachyzephale Syndrom ist keine Erkrankung, die ein Mops im Laufe seines Lebens „entwickelt“ – es ist eine direkte Folge der Zuchtanatomie und damit bei allen Versicherern als angeboren eingestuft. Andere Atemwegserkrankungen, die nicht auf die Brachyzephalie zurückgehen und erst nach Vertragsbeginn auftreten, können hingegen versichert sein.

Mit Wartezeit versichert sind dagegen:

  • Patellaluxation (nach 18 Monaten)
  • Zahnkrankheiten wie FORL, Gingivitis oder Parodontitis (nach 12 Monaten)
  • Bestimmte rassespezifische Atemwegsprobleme – nicht BOAS (nach 12 Monaten)

Kostenerstattung bei Dalma

100 % digital. Rechnung per App hochladen (Foto + Diagnose bestätigen), Frist 8 Tage. Erstattungsziel 48 Stunden (vertraglich bis 5 Werktage). Bis zum 4-fachen GOT-Satz inklusive Notdienstgebühren. Freie Tierarztwahl weltweit. Telemedizin über FirstVet kostenlos und unbegrenzt.

Mops versichern: Für wen lohnt es sich – und für wen weniger?

Besonders sinnvoll: Wenn du deinen Mops im Welpenalter versicherst. Dann sind Patellaluxation, Zahnerkrankungen, Augenverletzungen und erworbene Hautprobleme nach Ablauf der Wartezeiten gedeckt. Viele rassetypische Erkrankungen treten erst im Laufe des Lebens auf und gelten dann als neu entstanden.

Weniger hilfreich: Wenn dein Mops bereits älter ist und BOAS, Knie-, Augen- oder Herzdiagnosen vor Vertragsbeginn bekannt waren. Besonders beim Mops solltest du beachten, dass das brachyzephale Syndrom nicht versicherbar ist.

Aus meiner Erfahrung als TFA: Die meisten Mops-Halterinnen und -Halter, die eine Versicherung haben, nutzen sie regelmäßig. Möpse sind keine Hunde, die jahrelang nie zum Tierarzt müssen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie oft.

Häufige Fragen zur Mops-Versicherung

Ist eine Hundekrankenversicherung für einen Mops sinnvoll?

Ja, für Möpse ist eine Hundekrankenversicherung besonders sinnvoll. Durch ihre brachyzephale Anatomie sowie genetische Besonderheiten benötigen Möpse häufig tierärztliche Betreuung. Atemwegsprobleme, Augenverletzungen, Hautfaltenentzündungen und orthopädische Erkrankungen treten regelmäßig auf und können hohe Kosten verursachen.

Welche Krankheiten treten bei Möpsen besonders häufig auf?

Möpse sind besonders anfällig für Atemwegsbeschwerden, Augenprobleme wie Hornhautverletzungen, Hautfaltenentzündungen, Allergien, Zahnprobleme und Patellaluxation. Auch Wirbelsäulenprobleme und Herzkrankheiten kommen bei dieser Rasse häufiger vor als bei anderen Hunden.

Ist das brachyzephale Atemwegssyndrom beim Mops versichert?

Nein, das brachyzephale Atemwegssyndrom gilt als angeboren und rassetypisch und ist daher nicht versicherbar. Dazu zählen unter anderem verengte Nasenlöcher, verlängertes Gaumensegel und chronische Atemnot. Andere Atemwegserkrankungen, die nicht angeboren sind und erst nach Vertragsbeginn auftreten, können hingegen versichert sein.

Übernimmt die Versicherung die Kosten bei Augenverletzungen?

Ja, erworbene Augenverletzungen wie Hornhautgeschwüre oder Augenentzündungen sind versichert. Gerade bei Möpsen sind die großen, hervorstehenden Augen sehr empfindlich, weshalb Augenbehandlungen häufig vorkommen und schnell hohe Kosten verursachen können.

Sind Hautfaltenentzündungen und Allergien beim Mops versichert?

Ja, nicht angeborene Hauterkrankungen wie Hautfaltenentzündungen, Allergien oder chronischer Juckreiz sind versichert. Diese Erkrankungen treten bei Möpsen oft wiederkehrend auf und erfordern regelmäßige Behandlungen und Medikamente.

Ist eine Patellaluxation beim Mops versichert?

Eine Patellaluxation ist versicherbar, wenn sie nicht angeboren ist und erst nach Versicherungsbeginn diagnostiziert wird. Bei Dalma gilt für die chirurgische Behandlung eine Wartezeit von 18 Monaten.

Sind Zahnprobleme bei Möpsen versichert?

Ja, Zahnprobleme wie Zahnstein, Gingivitis oder Parodontitis sind nach Ablauf der Wartezeit versichert. Möpse haben aufgrund ihrer kurzen Schnauze häufig enge Zahnstellungen, was Zahnkrankheiten begünstigt.

Reicht für einen Mops eine OP-Versicherung aus?

In vielen Fällen nicht. Möpse verursachen nicht nur hohe OP-Kosten, sondern auch laufende Kosten für Diagnostik, Medikamente und regelmäßige Behandlungen. Eine Hundekrankenversicherung mit Vollschutz ist daher meist die bessere Wahl.

Gibt es bei Dalma eine Selbstbeteiligung für Möpse?

Nein, bei Dalma gibt es keine Selbstbeteiligung. Die erstattungsfähigen Kosten werden je nach Tarif zu 80 bis 100 Prozent übernommen.

Wird der Vertrag nach hohen Tierarztkosten gekündigt?

Nein, Dalma verzichtet auf eine Kündigung nach einem Schadensfall. Dein Mops bleibt auch nach teuren Behandlungen oder Operationen weiterhin versichert.

Warum ist der Vollschutz für Möpse besonders empfehlenswert?

Der Vollschutz deckt neben Operationen auch Diagnostik, Medikamente, Physiotherapie und Vorsorgeleistungen ab. Da Möpse häufig langfristige oder wiederkehrende Behandlungen benötigen, bietet der Vollschutz die umfassendste Absicherung.

Seit 10 Jahren ausgebildete tiermedizinische Fachangestellte

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