Leishmaniose beim Hund: Symptome erkennen, behandeln und vorbeugen

Leishmaniose gehört zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten und wird durch winzige Sandmücken übertragen. Sie betrifft vor allem Hunde, die aus Südeuropa stammen oder dort im Urlaub waren, durch den Klimawandel breiten sich die Überträger aber zunehmend auch bei uns aus. Das Tückische: Zwischen Ansteckung und den ersten Anzeichen können Monate oder sogar Jahre liegen. Umso wichtiger ist es, die Krankheit zu kennen, die Symptome früh zu deuten und deinen Hund auf Reisen wirksam zu schützen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Leishmaniose übertragen wird, woran du sie erkennst, ob sie ansteckend ist, wie sie behandelt wird, wie die Aussichten sind und wie du vorbeugst.

Leishmaniose ist eine ernste Reisekrankheit, die lange unbemerkt bleibt. So erkennst du die Anzeichen früh, verstehst die Behandlung und schützt deinen Hund.

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Zusammengefasst

  • Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen und kommt vor allem im Mittelmeerraum vor, durch den Klimawandel zunehmend auch bei uns.
  • Die Inkubationszeit ist lang, Symptome zeigen sich oft erst Monate bis Jahre nach dem Aufenthalt.
  • Typisch sind Hautveränderungen rund um Augen und Ohren, Haarausfall, langes Krallenwachstum, Gewichtsverlust und Mattigkeit.
  • Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund oder auf den Menschen ist selten, es braucht die Sandmücke als Überträger.
  • Heilbar ist Leishmaniose nicht, mit früher Diagnose und konsequenter Therapie kann dein Hund aber viele Jahre gut leben.
  • In unseren Daten verursacht sie wiederkehrende Kosten: Erstattung im Median rund 230 Euro, einzelne Fälle bis rund 1.730 Euro.

Was Leishmaniose ist und wie sie übertragen wird

Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers zu Reisen mit Hund.

Leishmaniose ist eine chronische Erkrankung, die durch den einzelligen Parasiten Leishmania infantum verursacht wird. Übertragen wird er durch den Stich infizierter Sandmücken aus der Gattung Phlebotomus. Der Parasit nistet sich in bestimmten Zellen des Immunsystems ein und kann den Körper über Jahre belasten.

Betroffen sind vor allem Hunde aus Südeuropa und Hunde, die dort im Urlaub waren. Durch den Klimawandel werden die Überträger inzwischen vereinzelt auch in Deutschland und Österreich nachgewiesen. In unseren Daten taucht Leishmaniose regelmäßig auf: Unter den ausgewerteten Behandlungsvorfällen ab 50 Euro entfielen 74 auf Leishmaniose, von der Blutuntersuchung über die Kontrolle bis zur Behandlung.

Wo das Risiko besteht und welche Hunde gefährdet sind

Die wichtigsten Risikogebiete sind die Mittelmeerländer, vor allem Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Südfrankreich, Kroatien und die Türkei. Dort sind Sandmücken weit verbreitet, besonders aktiv sind sie in der warmen Jahreszeit und in der Dämmerung.

Ein erhöhtes Risiko tragen Hunde, die aus dem Tierschutz im Süden stammen, und Hunde, die mit in den Urlaub reisen. Wenn du eine Reise in ein Risikogebiet planst, ist der Schutz vor Sandmücken entscheidend. Welche Krankheiten im Süden noch lauern, liest du im Ratgeber zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund.

Symptome erkennen, auch im Anfangsstadium

Leishmaniose zeigt sich oft schleichend und mit unspezifischen Anzeichen. Typisch sind:

  • Hautveränderungen und Schuppen, häufig rund um Augen und Ohren
  • Haarausfall, vor allem als sogenannte Brille rund um die Augen
  • schlecht heilende Hautstellen oder Geschwüre
  • auffällig langes, brüchiges Krallenwachstum
  • Gewichtsverlust trotz normalem Appetit
  • Mattigkeit, geschwollene Lymphknoten und wiederkehrendes Nasenbluten

Anfangsstadium und Fellveränderungen

Gerade am Anfang spielt sich vieles an Haut und Fell ab. Typisch sind Schuppen und kahle Stellen rund um die Augen, die sogenannte Brillenbildung, dazu stumpfes Fell und kleine, schlecht heilende Hautstellen. Weil diese Zeichen auch zu Allergien oder einem Parasitenbefall passen, werden sie im Anfangsstadium oft übersehen. Bei einem Hund mit Reisehistorie in ein Risikogebiet lohnt sich deshalb früh ein Blick durch den Tierarzt.

Zur Orientierung, wie sich die Anzeichen mit dem Stadium verändern:

Stadium Typische Anzeichen
Anfangsstadium Schuppen und Haarausfall rund um Augen und Ohren, stumpfes Fell, leichte Mattigkeit
Fortgeschritten schlecht heilende Geschwüre, langes Krallenwachstum, Gewichtsverlust, geschwollene Lymphknoten
Spätes Stadium Beteiligung innerer Organe, vor allem der Nieren, deutlich reduzierter Allgemeinzustand

Im Anfangsstadium sind die Zeichen leicht zu übersehen, weil sie auch zu vielen anderen Erkrankungen passen. Mit dem folgenden Check ordnest du Reisehistorie und Anzeichen schnell ein:

Leishmaniose-Check

Tippe an, was auf deinen Hund zutrifft. Der Check ordnet Reisehistorie und Anzeichen ein, stellt aber keine Diagnose.

Reisehistorie
Mögliche Anzeichen

Das ist keine Diagnose. Sicher feststellen lässt sich Leishmaniose nur über einen Bluttest beim Tierarzt.

Ist Leishmaniose ansteckend?

Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund oder vom Hund auf den Menschen ist im Alltag selten, denn der Parasit braucht in der Regel die Sandmücke als Überträger. Streicheln, Spielen oder das Teilen eines Haushalts übertragen die Krankheit normalerweise nicht.

Leishmaniose zählt allerdings zu den Zoonosen, das heißt, auch Menschen können sich über Sandmückenstiche infizieren. Lebst du mit Menschen mit geschwächtem Immunsystem zusammen, sprich die Situation mit dem Tierarzt und gegebenenfalls dem Hausarzt offen an.

Wie der Tierarzt Leishmaniose feststellt

Sicher feststellen lässt sich Leishmaniose nur beim Tierarzt. Am häufigsten wird ein Bluttest gemacht, der nach Antikörpern gegen den Erreger sucht, oft als Titer angegeben. Zusätzlich oder zur Bestätigung kommen ein PCR-Test oder eine Gewebeprobe infrage, mit denen der Parasit direkt nachgewiesen wird.

Weil die Inkubationszeit lang ist, kann ein Test direkt nach der Reise noch unauffällig sein. Nach einem Aufenthalt im Risikogebiet ist es deshalb sinnvoll, den Test nach einigen Wochen oder Monaten zu wiederholen, am besten nach Rücksprache mit deiner Tierarztpraxis.

Behandlung und Therapie

Leishmaniose ist nicht vollständig heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Mittel der Wahl ist Allopurinol, das das Wachstum der Parasiten hemmt und in der Regel über lange Zeit, oft lebenslang, gegeben wird. Je nach Stadium kommen weitere Wirkstoffe wie Miltefosin oder ein antimonhaltiges Mittel hinzu, einzeln oder in Kombination.

Begleitend ist meist eine purinarme Ernährung nötig, weil Allopurinol sonst die Bildung von Harnsteinen begünstigen kann. Sind die Nieren schon betroffen, wird zusätzlich der Nierenschutz behandelt. Wichtig ist, die Therapie konsequent fortzuführen und die Kontrolltermine einzuhalten, denn die Krankheit kann in Schüben zurückkehren.

Lebenserwartung, Verlauf und Endstadium

Wie eine Leishmaniose verläuft, hängt stark vom Stadium bei der Diagnose und davon ab, wie früh die Behandlung beginnt. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann dein Hund viele Jahre mit guter Lebensqualität leben.

Bleibt sie dagegen unbehandelt, schreitet sie fort und schädigt Organe wie die Nieren. Im Endstadium drohen schwere Komplikationen und die Aussichten sind schlecht. Genau deshalb sind die frühe Diagnose und eine dauerhafte Begleitung durch den Tierarzt so wichtig.

Leishmaniose vorbeugen, Sandmückenschutz und Impfung

Der beste Schutz ist, Stiche der Sandmücke zu verhindern. Das gelingt mit mehreren Bausteinen:

  • ein Repellent als Halsband oder Spot-on mit abwehrender Wirkung, vom Tierarzt empfohlen
  • Spaziergänge in der Dämmerung und nachts meiden, weil Sandmücken dann aktiv sind
  • in Innenräumen Fliegengitter und Moskitonetze nutzen
  • eine Leishmaniose-Impfung, die das Risiko schwerer Verläufe senken kann, eine Infektion aber nicht verhindert und einen vorherigen negativen Bluttest voraussetzt

Sprich den Schutz einige Wochen vor einer Reise mit deiner Tierarztpraxis ab, damit alles rechtzeitig wirkt.

Was die Behandlung kostet und wie Dalma im Ausland absichert

Weil Leishmaniose meist über lange Zeit behandelt und kontrolliert wird, entstehen wiederkehrende Kosten. In unseren Daten liegt die Erstattung bei den entsprechenden Vorfällen im Median bei rund 230 Euro, einzelne Fälle mit umfangreicher Diagnostik oder stationärer Behandlung erreichen rund 1.730 Euro. Über die gesamte Behandlungsdauer summiert sich das.

Mit der Tiergesundheitsversicherung von Dalma ist die Behandlung einer Erkrankung wie Leishmaniose im Rahmen deines Tarifs abgedeckt, sofern sie nicht bereits bei Vertragsbeginn bestand und die Wartezeit erfüllt ist. Erstattet wird bis zum 4-fachen Satz der GOT, du wählst 80 oder 100 Prozent und eine Jahreshöchstleistung von 1.500 Euro bis unbegrenzt. Dein Schutz gilt weltweit mit Ausnahme der USA, der US-Territorien und Kanadas, auch bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt bis zu fünf Jahre. Den Sandmückenschutz und die Impfung kannst du über das Vorsorge-Budget der Krankenversicherung einreichen (bis zu 100 Euro pro Jahr).

Quellen

Quellen

Qualifizierte Registered Veterinary Nurse mit einem Schwerpunkt auf Anästhesie und Ernährung

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