Mittelmeerkrankheiten beim Hund: Überblick, Symptome und Schutz

Mittelmeerkrankheiten sind Infektionen, die von Zecken, Stechmücken und Sandmücken übertragen werden und vor allem im Süden Europas vorkommen. Lange galten sie als reine Reisekrankheiten, doch durch den Klimawandel breiten sich die Überträger zunehmend auch bei uns aus. Betroffen sind deshalb nicht mehr nur Urlaubshunde und Hunde aus dem Tierschutz, sondern immer öfter auch Hunde, die Deutschland nie verlassen haben. In diesem Ratgeber bekommst du den Überblick: welche Mittelmeerkrankheiten es gibt, wie sie übertragen werden, woran du sie erkennst, wie der Test abläuft, was er kostet und wie du deinen Hund am besten schützt.

Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose: Mittelmeerkrankheiten treffen längst nicht nur Urlaubshunde. So erkennst du die Anzeichen und schützt deinen Hund wirksam.

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Zusammengefasst

  • Zu den Mittelmeerkrankheiten zählen vor allem Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Leishmaniose und die Herzwurmerkrankung.
  • Übertragen werden sie durch Zecken sowie durch Stech- und Sandmücken, vor allem im Mittelmeerraum, durch den Klimawandel zunehmend auch bei uns.
  • Die Symptome sind oft unspezifisch, etwa Fieber, Mattigkeit, Blutarmut und Gewichtsverlust, und zeigen sich teils erst spät.
  • Babesiose kann als Hundemalaria schnell lebensbedrohlich werden, hier zählt jede Stunde.
  • Der beste Schutz ist konsequente Vorbeugung gegen Zecken und Mücken, auf Reisen ergänzt um passende Prophylaxe.
  • In unseren Daten tauchen diese Erkrankungen regelmäßig auf, die Erstattung liegt meist zwischen rund 190 und 250 Euro je Vorfall, einzelne Fälle über 2.000 Euro.

Was Mittelmeerkrankheiten sind und wie sie übertragen werden

Mittelmeerkrankheiten werden durch Parasiten und Bakterien verursacht, die über Stiche von Zecken, Stechmücken oder Sandmücken in den Körper gelangen. Manche dieser Erreger lassen sich zusätzlich über Blut übertragen, etwa bei einer Bluttransfusion.

Lange waren diese Krankheiten typische Reisemitbringsel aus dem Süden. Inzwischen verschieben sich die Lebensräume der Überträger nach Norden, sodass zum Beispiel die Auwaldzecke als Überträger der Babesiose auch in Deutschland verbreitet ist. In unseren anonymisierten Behandlungsdaten tauchen die Erkrankungen regelmäßig auf: 74 Vorfälle entfielen auf Leishmaniose, 57 auf Babesiose, 25 auf Anaplasmose und 15 auf Ehrlichiose. Die Fallzahlen sind überschaubar, zeigen aber, dass das Thema auch hierzulande relevant ist.

Welche Mittelmeerkrankheiten es gibt, der Überblick

Die wichtigsten Mittelmeerkrankheiten unterscheiden sich in Überträger, Symptomen und Verlauf. Mit dem folgenden Explorer kannst du sie einzeln durchgehen:

Mittelmeerkrankheiten im Überblick

Wähle eine Krankheit und sieh Überträger, typische Anzeichen und den wichtigsten Hinweis. Eine Zecke kann mehrere Erreger gleichzeitig übertragen.

Triff eine Auswahl, um das Ergebnis zu sehen.
Das ist keine Diagnose. Festgestellt werden Mittelmeerkrankheiten über eine Blutuntersuchung beim Tierarzt, oft als Profil für mehrere Krankheiten.

Krankheit Überträger Typische Anzeichen
BabesioseZecke, vor allem Auwaldzeckehohes Fieber, Schwäche, dunkler Urin
EhrlichioseBraune HundezeckeFieber, geschwollene Lymphknoten, Nasenbluten
AnaplasmoseGemeiner HolzbockFieber, Abgeschlagenheit, Gelenkbeschwerden
LeishmanioseSandmückeHautveränderungen, Haarausfall, Gewichtsverlust
HerzwurmStechmückeHusten, Leistungsschwäche, Atemprobleme

Grob lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: die von Zecken übertragenen Erkrankungen wie Babesiose, Ehrlichiose und Anaplasmose und die von Mücken übertragenen wie Leishmaniose über Sandmücken und die Herzwurmerkrankung über Stechmücken. Eine einzelne Zecke kann dabei mehrere Erreger gleichzeitig übertragen.

Babesiose beim Hund

Die Babesiose, oft Hundemalaria genannt, wird durch Einzeller ausgelöst, die rote Blutkörperchen befallen und zerstören. In Deutschland überträgt vor allem die Auwaldzecke die Erreger, im Süden Europas auch die Braune Hundezecke. Schon wenige Stunden nach dem Zeckenstich kann die Übertragung beginnen.

Typische Anzeichen sind hohes Fieber, Schwäche, blasse Schleimhäute und dunkler bis blutiger Urin als Folge der Blutarmut. Die Babesiose kann akut und schwer verlaufen und unbehandelt zu Nieren- und Leberversagen führen. Wenn dein Hund diese Anzeichen zeigt, ist das ein Notfall, fahr sofort in die Tierklinik. Wie du Zecken richtig entfernst und vorbeugst, liest du im Ratgeber zu Zecken beim Hund.

Ehrlichiose beim Hund

Die Ehrlichiose wird durch die Braune Hundezecke übertragen und befällt die weißen Blutkörperchen. Sie wird auch Zeckenfieber genannt. Die Anzeichen sind häufig unspezifisch, was die Erkrankung tückisch macht.

In der akuten Phase kommen oft Fieber, ein schlechtes Allgemeinbefinden, geschwollene Lymphknoten, Appetitlosigkeit und eine erhöhte Blutungsneigung wie Nasenbluten dazu. Bleibt die Ehrlichiose unbehandelt, kann sie chronisch werden und Organe schädigen. Früh erkannt stehen die Heilungschancen dagegen gut, behandelt wird in der Regel mit einem passenden Antibiotikum.

Anaplasmose und Herzwurmerkrankung

Die Anaplasmose wird vor allem vom Gemeinen Holzbock übertragen, der auch bei uns weit verbreitet ist. Sie befällt weiße Blutzellen und zeigt sich oft mit Fieber, Abgeschlagenheit, Gelenkbeschwerden und manchmal Durchfall. Behandelt wird sie mit Antibiotika, eine Impfung gibt es nicht, weshalb der Zeckenschutz besonders wichtig ist.

Die Herzwurmerkrankung wird durch Stechmücken übertragen und betrifft Herz und Lunge. Sie tritt vor allem in warmen Regionen Südeuropas auf. Anzeichen sind Husten, Leistungsschwäche und Atemprobleme bei Belastung. In Risikogebieten lässt sie sich gezielt durch eine Prophylaxe verhindern, die du mit deiner Tierarztpraxis abstimmst.

Leishmaniose, kurz erklärt

Die Leishmaniose nimmt eine Sonderrolle ein, weil sie nicht von Zecken, sondern von Sandmücken übertragen wird. Sie verläuft chronisch, hat eine lange Inkubationszeit und zeigt sich oft mit Hautveränderungen rund um Augen und Ohren, Haarausfall, langem Krallenwachstum und Gewichtsverlust.

Weil das Thema so umfangreich ist, haben wir ihr einen eigenen Ratgeber gewidmet. Dort liest du ausführlich zu Symptomen, Therapie, Lebenserwartung und Schutz: Leishmaniose beim Hund.

Symptome erkennen und wann zum Tierarzt

So unterschiedlich die Erreger sind, viele Anzeichen ähneln sich. Hellhörig werden solltest du bei Fieber, anhaltender Mattigkeit, Fressunlust, Gewichtsverlust, blassen Schleimhäuten, Nasenbluten oder Hautveränderungen, besonders nach einem Aufenthalt im Süden oder nach einem Zeckenstich.

Ein Notfall ist es, wenn dein Hund hohes Fieber, dunklen Urin oder eine plötzliche schwere Schwäche zeigt, das kann auf eine akute Babesiose hindeuten. In diesem Fall fährst du sofort in die Tierklinik. Bei schleichenden Anzeichen vereinbarst du zeitnah einen Termin und erwähnst die Reisehistorie deines Hundes.

Diagnose, was der Test kostet und wie Dalma absichert

Festgestellt werden Mittelmeerkrankheiten über eine Blutuntersuchung. Dabei wird nach Antikörpern gesucht, der Erreger direkt über einen PCR-Test nachgewiesen oder ein Blutausstrich unter dem Mikroskop beurteilt. Weil eine Zecke mehrere Erreger übertragen kann und die Symptome sich ähneln, werden oft mehrere Krankheiten zugleich getestet, häufig als Reisekrankheiten-Profil. Manche Tests werden erst einige Tage nach der Infektion zuverlässig positiv.

In unseren Daten liegt die Erstattung je nach Erkrankung im Median zwischen rund 190 und 250 Euro pro Vorfall, einzelne Fälle mit umfangreicher Diagnostik oder stationärer Behandlung erreichen über 2.000 Euro. Mit der Tiergesundheitsversicherung von Dalma ist die Behandlung im Rahmen deines Tarifs abgedeckt, sofern die Erkrankung nicht bereits bei Vertragsbeginn bestand und die Wartezeit erfüllt ist. Erstattet wird bis zum 4-fachen Satz der GOT, du wählst 80 oder 100 Prozent und eine Jahreshöchstleistung von 1.500 Euro bis unbegrenzt. Dein Schutz gilt weltweit und ohne zeitliche Einschränkung.

Wichtig bei Mittelmeerkrankheiten: Hat sich dein Hund die Erkrankung schon vor Vertragsbeginn zugezogen, etwa auf einer früheren Reise oder vor der Übernahme aus dem Auslandstierschutz, gilt sie als Vorerkrankung und ist nicht abgedeckt. Das betrifft vor allem Erkrankungen, die ein Hund fast nur im Ausland bekommt, zum Beispiel die Herzwurmerkrankung. Damit sich einordnen lässt, ob eine Erkrankung neu ist, fordert Dalma im Leistungsfall die Krankenakte und bei Bedarf frühere Blutuntersuchungen an. Erkrankungen, die sich dein Hund erst während der Vertragslaufzeit zuzieht, sind dagegen im Rahmen deines Tarifs abgedeckt, sobald die Wartezeit erfüllt ist.

Mittelmeerkrankheiten vorbeugen und auf Reisen schützen

Der wirksamste Schutz ist, Stiche von vornherein zu verhindern. Darauf kommt es an:

  • ein zuverlässiger Zecken- und Mückenschutz als Halsband oder Spot-on, vom Tierarzt empfohlen
  • gegen Sandmücken zusätzlich Repellents und das Meiden von Spaziergängen in der Dämmerung
  • den Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken absuchen und sie früh entfernen
  • vor Reisen in den Süden rechtzeitig eine passende Prophylaxe und mögliche Impfungen mit der Tierarztpraxis abstimmen
  • nach der Reise auf Anzeichen achten und im Zweifel testen lassen

Alles rund um die Vorbereitung einer Reise findest du im Ratgeber zu Reisen mit Hund.

Häufige Fragen zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund

Welche Mittelmeerkrankheiten gibt es beim Hund?

Zu den wichtigsten zählen Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Leishmaniose und die Herzwurmerkrankung. Übertragen werden sie durch Zecken sowie durch Stech- und Sandmücken.

Wie schütze ich meinen Hund vor Mittelmeerkrankheiten?

Mit einem konsequenten Zecken- und Mückenschutz, dem Meiden von Spaziergängen in der Dämmerung, dem Absuchen nach Zecken und einer passenden Reiseprophylaxe, die du mit der Tierarztpraxis abstimmst.

Was kostet ein Test auf Mittelmeerkrankheiten?

Der Test läuft über eine Blutuntersuchung und wird oft als Profil für mehrere Krankheiten gemacht. In unseren Daten liegt die Erstattung je Vorfall meist zwischen rund 190 und 250 Euro, einzelne Fälle mit aufwendiger Diagnostik liegen darüber.

Sind Mittelmeerkrankheiten ansteckend?

Von Hund zu Hund oder auf den Menschen werden sie im Alltag normalerweise nicht direkt übertragen, es braucht den jeweiligen Überträger. Einige Erreger lassen sich aber über Blut übertragen, etwa bei einer Transfusion.

Übernimmt Dalma die Kosten bei Mittelmeerkrankheiten?

Die Behandlung ist im Rahmen deines Tarifs abgedeckt, sofern die Erkrankung nicht bereits bei Vertragsbeginn bestand und die Wartezeit erfüllt ist. Der Schutz gilt auch im Ausland, weltweit und ohne zeitliche Einschränkung.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund

Welche Mittelmeerkrankheiten gibt es beim Hund?

Zu den wichtigsten zählen Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Leishmaniose und die Herzwurmerkrankung. Übertragen werden sie durch Zecken sowie durch Stech- und Sandmücken.

Wie schütze ich meinen Hund vor Mittelmeerkrankheiten?

Mit einem konsequenten Zecken- und Mückenschutz, dem Meiden von Spaziergängen in der Dämmerung, dem Absuchen nach Zecken und einer passenden Reiseprophylaxe, die du mit der Tierarztpraxis abstimmst.

Was kostet ein Test auf Mittelmeerkrankheiten?

Der Test läuft über eine Blutuntersuchung und wird oft als Profil für mehrere Krankheiten gemacht. In unseren Daten liegt die Erstattung je Vorfall meist zwischen rund 190 und 250 Euro, einzelne Fälle mit aufwendiger Diagnostik liegen darüber.

Sind Mittelmeerkrankheiten ansteckend?

Von Hund zu Hund oder auf den Menschen werden sie im Alltag normalerweise nicht direkt übertragen, es braucht den jeweiligen Überträger. Einige Erreger lassen sich aber über Blut übertragen, etwa bei einer Transfusion.

Übernimmt Dalma die Kosten bei Mittelmeerkrankheiten?

Die Behandlung ist im Rahmen deines Tarifs abgedeckt, sofern die Erkrankung nicht bereits bei Vertragsbeginn bestand und die Wartezeit erfüllt ist. Der Schutz gilt auch im Ausland, weltweit und ohne zeitliche Einschränkung.

Quellen und weiterführende Informationen

Seit 10 Jahren ausgebildete tiermedizinische Fachangestellte

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