Niereninsuffizienz bei der Katze 2026: was die Behandlung kostet und wann Dalma zahlt

Die chronische Niereninsuffizienz, oft kurz CNI genannt, ist die klassische Erkrankung der älteren Katze. Sie beginnt schleichend: die Katze trinkt mehr, sucht öfter die Toilette auf, nimmt langsam ab. Bis die Beschwerden auffallen, hat die Niere meist schon einen Teil ihrer Leistung verloren. Internationale Fachleitlinien berichten für Katzen über zwölf Jahre je nach Untersuchung Häufigkeiten zwischen 28 und 81 Prozent. Die gute Nachricht zuerst: eine erworbene Niereninsuffizienz ist bei Dalma als Heilbehandlung versichert, wenn sie neu nach der Wartezeit auftritt. Deine Katze wird auch mit einer Vorerkrankung aufgenommen. Nur die bereits bestehende Erkrankung selbst ist von der Leistung ausgenommen, der übrige Schutz läuft normal weiter. Auf dieser Seite zeigen wir dir, wann Dalma eine Niereninsuffizienz bei der Katze übernimmt, welche Wartezeit gilt, was die Behandlung laut Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte und laut unseren eigenen Schadendaten kostet, was über das Vorsorge-Budget läuft und wie die Erkrankung in Stadien eingeteilt wird.

Eine erworbene Niereninsuffizienz ist bei Dalma nach Wartezeit versichert. Hier erfährst du, was die Behandlung kostet und was abgedeckt ist.

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Zusammengefasst

  • Eine erworbene Niereninsuffizienz ist bei Dalma als Heilbehandlung versichert, nach 30 Tagen Wartezeit.
  • Versichert sind Blut- und Urinuntersuchung, Blutdruckmessung, Ultraschall, Infusionen, Medikamente und die tierärztlichen Leistungen bei stationärer Versorgung.
  • Kein Tier wird wegen einer Vorerkrankung abgelehnt. Nur die bestehende Vorerkrankung plus ihre Folgen ist ausgeschlossen, alles Übrige bleibt versichert.
  • Der gesetzliche GOT-Rahmen liegt beim einfachen bis dreifachen Satz. Dalma erstattet bis zum vierfachen Satz, Notdienstzuschläge gegen Nachweis.
  • In unseren Schadendaten liegt die durchschnittliche Erstattung bei rund 605 € je Fall und bei rund 966 € je betroffener Katze über alle ihre Nierenfälle hinweg.
  • Die Nierendiät läuft nicht über die normale Deckung, sondern über das Vorsorge-Budget (70 € im Premium, 100 € im Maximum), dafür ohne Wartezeit.

Übernimmt Dalma eine Niereninsuffizienz bei der Katze?

Ja. Eine erworbene Niereninsuffizienz bei der Katze ist bei Dalma als Heilbehandlung versichert, sobald sie neu nach Ablauf der Wartezeit auftritt. Versichert sind die Untersuchung, die Diagnostik mit Blutwerten und Urinprobe, die Blutdruckmessung, Ultraschall oder Röntgen, Infusionen und Medikamente. Muss deine Katze stationär versorgt werden, sind die dabei erbrachten tierärztlichen Leistungen ebenfalls Heilbehandlung. Auch die regelmäßigen Verlaufskontrollen, die bei dieser Erkrankung dazugehören, sind medizinisch notwendige Behandlungen.

Ein wichtiger Punkt vorweg, weil er oft missverstanden wird: Dalma lehnt kein Tier wegen einer Vorerkrankung ab. Für den Abschluss gelten nur die Aufnahmebedingungen: Alter 2 Monate bis unter 9 Jahre, Kennzeichnung per Chip oder Tätowierung, volljährige Halterin oder volljähriger Halter mit Hauptwohnsitz in Deutschland, private Haltung. Die Aufnahmebedingungen nennen keine Gesundheitsprüfung. Ob eine Erkrankung bereits vor Vertragsbeginn bestand, prüft Dalma erst im Leistungsfall und kann dafür die nötigen Unterlagen aus der Tierarztpraxis anfordern. Sind bei deiner Katze vor Vertragsbeginn bereits erhöhte Nierenwerte dokumentiert, ist nur genau diese Erkrankung mit ihren Folgen ausgenommen. Alles andere bleibt ganz normal versichert.

Was das bedeutet: deine Katze ist bei Dalma rundum geschützt, auch wenn ein Nierenthema schon bekannt ist. Mehr dazu, wie Dalma Tiere trotz Vorerkrankung aufnimmt, liest du auf unserer Seite zur Katzenversicherung mit Vorerkrankung.

Erworben oder vererbt: was ist versichert

Für die Deckung kommt es darauf an, ob die Erkrankung erworben oder angeboren ist.

  • Versichert (erworben): die klassische chronische Niereninsuffizienz der älteren Katze, ein akutes Nierenversagen, eine Nephropathie oder Nierenentzündung sowie eine Nierenschädigung nach einer Infektion oder einer Vergiftung, etwa durch Lilien oder Frostschutzmittel. Diese Formen entstehen im Laufe des Lebens und sind nach Wartezeit gedeckt.
  • Ausgeschlossen (angeboren oder vererbt): angeborene oder vererbte Nierenerkrankungen. Namentlich nennen die Bedingungen für Katzen die feline hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), die progressive Retinaatrophie (PRA), das brachyzephale Syndrom, angeborene Augenerkrankungen und Zahnanomalien wie persistierende Milchzähne. Der Ausschluss gilt darüber hinaus für Folgen von Anomalien, Gebrechen, Fehlbildungen sowie angeborenen oder vererbten Krankheiten jeder Art. Die polyzystische Nierenerkrankung (PKD) wird dort nicht eigens genannt, als vererbte Nierenerkrankung fällt sie aber unter diese allgemeine Regel.

Dalma versichert nach dem All-Risk-Prinzip: alles medizinisch Notwendige ist versichert, außer den ausdrücklich genannten Ausschlüssen. Folgen einer versicherten Erkrankung sind mitgedeckt.

Von der Niereninsuffizienz abzugrenzen sind die Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Harn- und Blasensteine sind in den Bedingungen ausdrücklich als versichert aufgeführt. Mehr dazu auf unseren Seiten zu Nierensteinen bei der Katze und zum Harnwegsverschluss bei Katzen.

Einschätzung: die Niereninsuffizienz der älteren Katze ist in aller Regel erworben und damit grundsätzlich versichert.

Wartezeit: ab wann Dalma zahlt

Für die Heilbehandlung bei Erkrankungen gilt eine Wartezeit von 30 Tagen, für Operationen 14 Tage. Die Frist beginnt am Tag nach dem wirksamen Vertragsbeginn. Für die Niereninsuffizienz sind die 30 Tage maßgeblich, weil sie medikamentös und über die Ernährung behandelt und nicht operiert wird.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Wartezeit und Vorerkrankung, denn beides wird oft verwechselt:

  • Eine neu auftretende Niereninsuffizienz ist nach Ablauf der Wartezeit gedeckt.
  • Eine bereits bestehende Nierenerkrankung oder Symptome davon vor Vertragsbeginn oder während der Wartezeit bleiben dauerhaft ausgeschlossen. Die Wartezeit heilt eine Vorerkrankung nicht.

Vorerkrankungen sind in der Tierkrankenversicherung üblicherweise vom Leistungsumfang ausgenommen. Und es betrifft immer nur dieses eine Thema: deine Katze bleibt für alle anderen Krankheiten normal versichert.

Ehrlich bleiben: bei einigen wenigen Erkrankungen kann eine ausgeheilte Vorerkrankung später wieder deckbar werden, bei Katzen praktisch nur bei Krebs und Diabetes Typ 2. Dafür muss die vollständige Heilung tierärztlich schriftlich bestätigt sein, das Tier darf in den zwei Jahren vor Vertragsbeitritt deswegen nicht behandelt worden sein und seit der Heilung keine Symptome und keine zugehörige Diagnose gehabt haben, der Vertrag muss seit mehr als drei Kalenderjahren laufen, alle Beiträge müssen bezahlt sein und es dürfen keine weiteren Indikationen, Nachbehandlungen oder Eingriffe nötig gewesen sein. Die Niereninsuffizienz gehört nicht dazu. Ist sie bei Vertragsbeginn bereits bekannt, bleibt sie ausgeschlossen.

Tipp: weil die Niereninsuffizienz vor allem ältere Katzen trifft und der Abschluss nur bis unter 9 Jahre möglich ist, entscheidet sich der Schutz für dieses Thema früh. Wer rechtzeitig abschließt, hat die Wartezeit längst hinter sich, wenn die ersten Nierenwerte auffällig werden. Mehr dazu auf unserer Seite zur Katzenversicherung für ältere Katzen.

Was kostet die Behandlung einer Niereninsuffizienz bei der Katze?

Die Kosten entstehen bei dieser Erkrankung in zwei Wellen. Am Anfang steht die Abklärung: Blutuntersuchung mit Kreatinin und SDMA, Urinprobe mit spezifischem Gewicht und Eiweißbestimmung, Blutdruckmessung und meist ein Ultraschall der Nieren. Danach folgt die Dauerbegleitung mit regelmäßigen Kontrollen, Medikamenten und, bei einer Verschlechterung, Infusionen oder einem stationären Aufenthalt.

Die Abrechnung richtet sich nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Nach § 2 GOT 2022 bemisst sich eine Gebühr grundsätzlich nach dem einfachen bis dreifachen Satz des Gebührenverzeichnisses. Im Notdienst (nachts, am Wochenende und an Feiertagen) kommt eine Notdienstgebühr hinzu. Ein akuter Schub beginnt häufig außerhalb der Sprechzeiten, deshalb ist dieser Punkt hier besonders relevant.

Dalma erstattet bis zum vierfachen GOT-Satz und damit über den gesetzlichen Regelrahmen von bis zum dreifachen Satz hinaus. Notdienstzuschläge für Nacht, Wochenende und Feiertage übernimmt Dalma gegen Vorlage eines Nachweises. Dass es sich um einen Notfall handelte, muss belegt werden.

Wie hoch die Erstattung in der Praxis ausfällt, zeigen unsere eigenen Schadendaten zur Niereninsuffizienz bei der Katze:

KennzahlWert
Durchschnittliche Erstattung605 €
Median328 €
Häufige Spanne (bis 90 Prozent der Fälle)bis rund 1.592 €
Teuerste Einzelfällebis 3.546 €
Ausgewertete Fälle mit Zahlung91

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Weil die Niereninsuffizienz chronisch verläuft, sagt der Einzelfall allein wenig. Aussagekräftiger ist, was über mehrere Behandlungen hinweg je betroffener Katze zusammenkommt:

KennzahlJe betroffener Katze
Durchschnittliche Erstattung966 €
Median616 €
Häufige Spanne (bis 90 Prozent der Katzen)bis rund 2.269 €
Teuerste Verläufebis 4.717 €
Ausgewertete Katzen57

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Die zweite Tabelle summiert alle Nierenfälle derselben Katze innerhalb unseres Auswertungszeitraums. Sie bildet damit einen Ausschnitt ab, nicht die Kosten eines ganzen Katzenlebens. Die tatsächlichen Kosten hängen von Stadium, Behandlungsumfang und gewähltem GOT-Satz ab.

Was Dalma je Tarif übernimmt, zeigt die folgende Leistungstabelle:

LeistungOP-SchutzKomfortPremiumMaximum
Jahreshöchstleistung OPUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt
Jahreshöchstleistung Heilbehandlungentfällt1.500 €3.000 €Unbegrenzt
Niereninsuffizienz als Heilbehandlung (nach 30 Tagen)entfälltJaJaJa
Blut- und Urinuntersuchung, Blutdruck, UltraschallentfälltJaJaJa
Infusionen und tierärztliche Leistungen bei stationärer VersorgungentfälltJaJaJa
Euthanasie aus tierärztlich bestätigten medizinischen GründenJaJaJaJa
Erstattung bis vierfacher GOT-Satz (Notdienstzuschläge gegen Nachweis)JaJaJaJa
Vorsorge-Budget (Nierendiät, therapeut. Futtermittel)entfälltentfällt70 €100 €
Feste Selbstbeteiligungkeinekeinekeinekeine
Erstattungssatz wählbar80 oder 100 %80 oder 100 %80 oder 100 %80 oder 100 %

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Tarifnamen, Jahreshöchstleistungen und Vorsorge-Budget entsprechen dem aktuellen Tarifangebot von Dalma und gehen abweichenden Angaben in den PDF-Dokumenten vor. Deinen Tarif und deine Jahreshöchstleistung stellst du im Dalma-Tarifrechner zusammen. Deckungsumfang, Wartezeiten und Ausschlüsse richten sich nach der Tabelle der Garantien und dem Informationsdokument.

Die reine Unterbringung in der Tierklinik nennen die Bedingungen ausdrücklich nur im Zusammenhang mit einer Operation, dort bis 30 Tage danach. Die während eines stationären Aufenthalts erbrachten tierärztlichen Leistungen sind als Heilbehandlung versichert.

Was das bedeutet: die Niereninsuffizienz wird nicht operiert, sie ist eine Heilbehandlung. Der reine OP-Schutz greift hier also nicht, du brauchst die Krankenversicherung ab dem Tarif Komfort. Und weil die Kosten Jahr für Jahr wiederkehren, zählt bei dieser Erkrankung die Jahreshöchstleistung mehr als bei einem einmaligen Eingriff.

Nierendiät und Vorsorge-Budget: was worüber läuft

Bei der Niereninsuffizienz lohnt es sich, zwei Dinge sauber zu trennen, weil sie unterschiedlich abgedeckt sind.

  • Medizinische Behandlung: Untersuchung, Diagnostik, Verlaufskontrollen, Medikamente, Infusionen und die tierärztlichen Leistungen bei stationärer Versorgung sind Heilbehandlung. Sie laufen über die normale Deckung mit 30 Tagen Wartezeit, ohne Anrechnung auf das Vorsorge-Budget.
  • Nierendiät und therapeutische Futtermittel: sie laufen über das jährliche Vorsorge-Budget, sofern sie tierärztlich verordnet sind. Es steht in den Tarifen Premium (70 €) und Maximum (100 €) zur Verfügung, und zwar ohne Wartezeit ab dem ersten Tag.

Diese Trennung ist bei kaum einer anderen Erkrankung so wichtig, denn für die Nierendiät gibt es laut Fachleitlinien starke Belege für eine längere Überlebenszeit. Sie ist medizinisch zentral, versicherungstechnisch aber ein Futtermittel.

Ehrlich bleiben: 70 € oder 100 € im Jahr decken eine dauerhafte Nierendiät nicht vollständig ab. Im Komfort und im OP-Schutz gibt es überhaupt kein Vorsorge-Budget. Wer eine Katze mit bekanntem Nierenthema hat, sollte diesen Posten realistisch einplanen.

Gut zu wissen: die Telemedizin ist bei Dalma in allen Varianten unbegrenzt und ohne Zuzahlung enthalten, auch im reinen OP-Schutz. Bei einer chronischen Erkrankung mit vielen kleinen Fragen zwischen den Kontrollterminen ist das praktisch, ersetzt die Untersuchung in der Praxis aber nicht.

Wie das Vorsorge-Budget funktioniert und welche Vorsorgeleistungen es umfasst, steht auf unserer Seite Vorsorge bei der Tierversicherung.

Vergleichs-Kriterien auf einen Blick

Damit du Dalma schnell einordnen kannst, hier die wichtigsten Kriterien für die Niereninsuffizienz bei der Katze:

KriteriumDalma
ÜbernommenJa, erworbene Formen
Wartezeit30 Tage (Heilbehandlung), 14 Tage (OP)
Diagnostik und Verlaufskontrollenals Heilbehandlung versichert
Nierendiätüber das Vorsorge-Budget, nicht über die normale Deckung
Vorerkrankungausgeschlossen (branchenüblich), Tier wird trotzdem aufgenommen
Wiederaufnahme nach Ausheilungbei Niereninsuffizienz nicht vorgesehen
Erbliche oder angeborene Formausgeschlossen
Jahreshöchstleistung Heilbehandlung1.500 € bis unbegrenzt je nach Tarif
GOT-Erstattungbis vierfacher Satz, Notdienstzuschläge gegen Nachweis
Feste Selbstbeteiligungkeine
Frist für die Schadensmeldung8 Tage ab dem Tag, an dem du von dem Schaden Kenntnis erlangst
Kündigung nach einem LeistungsfallDalma verzichtet auf das Kündigungsrecht nach einem Schadensfall
Physiotherapie und alternative Heilmethodenim OP-Schutz bis 30 Tage nach einem Eingriff, in der Krankenversicherung laut Tabelle der Garantien unbegrenzt, Verordnung vorausgesetzt
BildgebungRöntgenuntersuchungen, EKG und Blutuntersuchungen sind namentlich als Diagnostik genannt. Ultraschall, CT und MRT nennen die Bedingungen nicht ausdrücklich.
Eintrittsalter2 Monate bis unter 9 Jahre, danach lebenslanger Schutz
Altersanpassung ab 10 Jahrenbei einer Beitrittsverlängerung verringert sich der Deckungssatz bei Erkrankungen pro Versicherungsjahr um 5 Prozent gegenüber dem ursprünglich gewählten Satz, bei Unfall unverändert

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Die letzte Zeile ist bei dieser Erkrankung besonders relevant, weil die Niereninsuffizienz typischerweise genau in diesem Lebensabschnitt auftritt. Mehr dazu auf unserer Seite zur Katzenversicherung ab 10 Jahre.

Wenn du Anbieter direkt gegenüberstellen willst, findest du eine ausführliche Übersicht auf unserer Seite Katzenversicherung im Vergleich.

Welche Katzen besonders gefährdet sind

Eine Niereninsuffizienz kann jede Katze treffen. Der einzige Faktor, den die Fachleitlinien durchgängig als gesichert nennen, ist das Alter. Bei den meisten Katzen mit chronischer Nierenerkrankung lässt sich die zugrunde liegende Ursache gar nicht bestimmen.

Diese Umstände nennt die Literatur zusätzlich:

  • Vorangegangene akute Nierenschädigung: sie gilt als Faktor, der zur späteren Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung beiträgt. Typische Auslöser sind Durchblutungsstörungen, ein Harnabflussverschluss und eine Nierenbeckenentzündung. Mehr dazu auf unserer Seite zum Harnwegsverschluss bei der Katze.
  • Schilddrüsenüberfunktion: in einer großen britischen Praxisstudie war sie deutlich mit einer Nierendiagnose verbunden. Die Richtung des Zusammenhangs ist dabei nicht geklärt, und eine Schilddrüsenüberfunktion kann eine Nierenerkrankung zunächst verdecken.
  • Zahnerkrankungen: eine Untersuchung fand einen Zusammenhang, zwei andere konnten ihn nicht bestätigen. Die aktuelle Leitlinie führt die Parodontalerkrankung deshalb als möglichen, nicht als gesicherten Risikofaktor.

Ehrlich bleiben: zur Rasse gibt es bei der erworbenen Niereninsuffizienz keine belastbare Aussage. Eine britische Praxisstudie fand Rassekatzen insgesamt häufiger betroffen, zwei andere Untersuchungen fanden gar keinen Zusammenhang mit der Rasse. Erschwerend kommt hinzu, dass einzelne Rassen von Natur aus andere Nierenwerte haben und dadurch falsch eingeordnet werden können. Aus unseren eigenen Schadendaten weisen wir deshalb keine Rasse aus: keine Rasse erreicht die nötige Basis von mindestens 8 Fällen aus mindestens 8 verschiedenen Katzen.

Wichtig für den Versicherungsschutz: anders als die erworbene Niereninsuffizienz fallen vererbte Nierenerkrankungen unter den Ausschluss für angeborene und vererbte Krankheiten, siehe weiter oben. Die wichtigste ist die polyzystische Nierenerkrankung (PKD), ausgelöst durch eine Veränderung im PKD1-Gen und autosomal dominant vererbt. Die aktuelle Leitlinie nennt sie die bedeutendste Erbkrankheit der Katze und beziffert den Anteil betroffener Perserkatzen weltweit auf 38 Prozent. Genannt werden außerdem unter anderem Exotic Shorthair, Himalayan, Maine Coon, Scottish Fold, Sibirische Katze, Sphynx und Ragdoll. Vererbte Formen der Amyloidose sind bei Abessiniern, Somali, Siam und Orientalisch Kurzhaar bekannt. Für die Abgrenzung hilfreich: angeborene Nierenerkrankungen zeigen sich meist bei Katzen unter drei Jahren, danach sinkt die Häufigkeit und steigt ab etwa sechs Jahren wieder an, dann als erworbene Form.

Zwei verbreitete Annahmen, die sich nicht bestätigen: Passivrauchen war in einer Untersuchung kein bedeutsamer Risikofaktor, und für die Frage, ob Nassfutter das Risiko senkt, reicht die vorhandene Evidenz nicht aus. Auch die oft genannte Rolle von Narkosen ist unklar: eine Studie fand ein erhöhtes Risiko, eine andere fand das Gegenteil.

Symptome, Diagnose und IRIS-Stadien

Die Niereninsuffizienz beginnt leise. Die häufigsten Anzeichen laut den aktuellen Fachleitlinien sind:

  • vermehrtes Trinken und vermehrter Harnabsatz
  • Gewichtsverlust, oft über Monate
  • nachlassender Appetit und Erbrechen
  • Mattigkeit und Schwäche
  • seltener: Verstopfung, blasse Schleimhäute, Mundgeruch oder Geschwüre im Maul

Viele Katzen zeigen lange gar keine Symptome. Der Gewichtsverlust kann bereits rund drei Jahre vor der Diagnose beginnen, deshalb gehört eine unerklärliche Abnahme immer abgeklärt. Die Leitlinien empfehlen, ab sieben Jahren jährlich und ab zehn Jahren halbjährlich zu kontrollieren.

Für die Diagnose werden Kreatinin und SDMA im Blut bestimmt, dazu das spezifische Gewicht des Urins, der Eiweißgehalt im Urin und der Blutdruck. Ein Ultraschall zeigt verkleinerte oder unregelmäßige Nieren und schließt einen Harnabflussstau aus. Wie du eine Urinprobe sauber gewinnst, erklären wir auf unserer Seite zur Urinuntersuchung bei Katzen.

International wird die chronische Nierenerkrankung nach dem Schema der International Renal Interest Society (IRIS) in vier Stadien eingeteilt, gemessen an stabilen Blutwerten aus mindestens zwei Untersuchungen. Die folgenden Werte sind der Darstellung der iCatCare Consensus Guidelines 2026 entnommen:

IRIS-StadiumKreatinin (mg/dl)SDMA (µg/dl)
Stadium 1unter 1,6unter 18
Stadium 21,6 bis 2,818 bis 25
Stadium 32,9 bis 5,026 bis 38
Stadium 4über 5,0über 38

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Zusätzlich wird nach Eiweißgehalt im Urin und nach Blutdruck näher eingeteilt. Die Einteilung dient der Therapieplanung, sie ist kein Diagnoseverfahren und gilt nicht bei einem akuten Nierenversagen.

Behandelt wird in erster Linie über die Ernährung: für eine therapeutische Nierendiät gibt es laut Leitlinie starke Belege für eine längere Überlebenszeit und für seltenere urämische Krisen. Erreicht die Diät die Phosphat-Zielwerte nach vier bis sechs Wochen nicht, kommen Phosphatbinder dazu. Gegen Übelkeit und Appetitverlust stehen Medikamente zur Verfügung, deren Wirksamkeit in den Stadien 2 und 3 in kontrollierten Studien geprüft wurde.

Ehrlich bleiben: die chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, sie lässt sich nur verlangsamen. In einer in den Leitlinien zitierten Auswertung starben mehr als 60 Prozent der Katzen mit fortschreitender Erkrankung innerhalb eines Jahres nach der Diagnose. Wird sie früh erkannt und konsequent begleitet, ist laut Leitlinie über längere Zeit eine gute Lebensqualität möglich.

Häufige Fragen: Niereninsuffizienz bei der Katze

Übernimmt Dalma die Behandlung einer Niereninsuffizienz bei der Katze?

Ja. Eine erworbene Niereninsuffizienz ist als Heilbehandlung nach 30 Tagen Wartezeit versichert, inklusive Blut- und Urinuntersuchung, Blutdruckmessung, Ultraschall, Infusionen, Medikamenten und den tierärztlichen Leistungen bei stationärer Versorgung, bis zum vierfachen GOT-Satz.

Wie lange ist die Wartezeit?

Für die Heilbehandlung gilt eine Wartezeit von 30 Tagen, für Operationen 14 Tage. Die Frist beginnt am Tag nach dem wirksamen Vertragsbeginn. Eine neu nach dieser Frist auftretende Niereninsuffizienz ist gedeckt.

Zahlt Dalma das Nierendiätfutter?

Tierärztlich verordnete therapeutische Futtermittel laufen über das jährliche Vorsorge-Budget (70 € im Premium, 100 € im Maximum) ohne Wartezeit. Im Komfort und im OP-Schutz gibt es kein Vorsorge-Budget. Die medizinische Behandlung selbst ist davon getrennt als Heilbehandlung versichert.

Was kostet die Behandlung einer Niereninsuffizienz bei der Katze?

In unseren Schadendaten liegt die durchschnittliche Erstattung bei rund 605 € je Fall, der Median bei 328 €. Über alle Behandlungen derselben Katze hinweg kommen im Schnitt rund 966 € zusammen, in schweren Verläufen bis zu 4.717 €.

Reicht der OP-Schutz bei einer Niereninsuffizienz?

Nein. Die Niereninsuffizienz wird nicht operiert, sondern medikamentös und über die Ernährung behandelt. Dafür brauchst du die Krankenversicherung ab dem Tarif Komfort. Der OP-Schutz greift erst, wenn ein Eingriff nötig wird, etwa bei Harnsteinen.

Meine Katze hat schon erhöhte Nierenwerte. Ist sie noch versicherbar?

Deine Katze wird aufgenommen, die Aufnahmebedingungen nennen keine Gesundheitsprüfung. Die bereits bestehende Nierenerkrankung ist von der Leistung ausgenommen und bleibt es auch, denn anders als bei Krebs oder Diabetes Typ 2 ist für die Niereninsuffizienz keine spätere Wiederaufnahme vorgesehen. Alle anderen Erkrankungen sind normal versichert.

Bis zu welchem Alter kann ich mein Tier versichern?

Der Abschluss ist bis unter 9 Jahre möglich, danach besteht lebenslanger Schutz. Ab dem 10. Lebensjahr sinkt der Erstattungssatz bei Krankheiten pro Jahr um 5 Prozentpunkte des ursprünglich gewählten Satzes, bei Unfällen bleibt er unverändert.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand: Oktober 2026.

Die genannten Tierarztkosten sind Orientierungswerte. Maßgeblich für die Abrechnung ist die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), die tatsächlichen Kosten können je nach Praxis, Behandlungsumfang und gewähltem GOT-Satz abweichen.

Schadendaten: Grundlage sind echte Dalma-Erstattungen aus Nierenfällen bei der Katze. Angegeben sind erstattete Beträge, nicht die gesamte Tierarztrechnung.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand: Oktober 2026.

Die genannten Tierarztkosten sind Orientierungswerte. Maßgeblich für die Abrechnung ist die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), die tatsächlichen Kosten können je nach Praxis, Behandlungsumfang und gewähltem GOT-Satz abweichen.

Schadendaten: Grundlage sind echte Dalma-Erstattungen aus Nierenfällen bei der Katze. Angegeben sind erstattete Beträge, nicht die gesamte Tierarztrechnung.

Produktexpertin und staatlich geprüfte Tiermedizinische Fachangestellte

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