Auf einen Blick: Farbe und Häufigkeit des Erbrochenen
Die folgende Tabelle gibt dir eine erste Orientierung. Sie ersetzt keine tierärztliche Diagnose, hilft dir aber einzuschätzen, wie dringend eine Abklärung ist.
Warum erbricht meine Katze gelb?
Erbrechen entspricht dem Ausstoß des Mageninhalts durch das Maul. Ist der Magen leer, kann eine gelbe Flüssigkeit austreten. Viele Katzenhalterinnen und Katzenhalter erschrecken beim gelben Erbrechen und denken an eine Vergiftung. Meist handelt es sich aber um Galle, eine dunkelgrüne bis gelbe Flüssigkeit, die in der Leber gebildet und in der Gallenblase gespeichert wird. Über einen Gang gelangt die Galle in den Zwölffingerdarm und hilft dort vor allem bei der Verdauung und Aufnahme von Fett.
Ist der Magen leer, kann Galle aus dem Darm in den Magen zurückfließen. Dort reizt sie die Schleimhaut und löst das typische gelblich-grünliche Erbrechen aus. Katzen fressen von Natur aus viele kleine Portionen und mögen es nicht, wenn der Magen lange leer bleibt. Bietest du deiner Katze regelmäßig kleine Mahlzeiten an, beugst du diesem nüchternen Erbrechen oft schon vor.
Weitere Farben des Erbrochenen und was sie bedeuten
Klare Flüssigkeit
Eine klare Flüssigkeit entspricht den Magensäften. Diese werden von den Magendrüsen gebildet und unterstützen die Verdauung. Auch wenn deine Katze keinen Mageninhalt mehr hat, ist immer eine kleine Menge dieser Flüssigkeit vorhanden.
Haarballen
Katzen lecken täglich ihr Fell und verschlucken dabei Haare, die sich im Magen sammeln. So entstehen Haarballen, sogenannte Trichobezoare. Sie reizen die Magenschleimhaut und lösen Erbrechen aus. Es gibt Produkte, die den Abtransport der Haare erleichtern und dem Erbrechen vorbeugen.
Wann solltest du dir Sorgen machen?
Fragst du dich, ob das Erbrechen deiner Katze ernst ist? In den folgenden Fällen ist ein Termin bei der Tierärztin oder dem Tierarzt sinnvoll oder sogar dringend.
Das Erbrechen hält lange an
Als chronisch gilt Erbrechen meist dann, wenn es über mehrere Tage anhält oder immer wieder auftritt. Oft wird eine Dauer ab etwa fünf Tagen genannt. Diese Faustregel ist aber kein Grund zum Abwarten: heftiges oder wiederholtes Erbrechen, vor allem in Schüben oder zusammen mit weiteren Symptomen, ist häufig schon deutlich früher abklärungsbedürftig. Warte dann nicht fünf Tage ab, sondern kontaktiere zeitnah deine Tierärztin oder deinen Tierarzt. Zur Ursachensuche können zusätzliche Untersuchungen wie eine Blutabnahme oder ein Ultraschall helfen.
Häufiges Erbrechen in Schüben
Folgt das Erbrechen Schlag auf Schlag oder ist es heftig in Schüben? Dann kann ein Fremdkörper im Magen oder Darm die Ursache sein. Eine Röntgenaufnahme kann zeigen, ob ein solcher Fremdkörper vorhanden ist. Vereinbare in diesem Fall zeitnah einen Termin.
Blut im Erbrochenen
Hast du Blut im Erbrochenen bemerkt? Dann können Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre die Ursache sein, die medizinisch behandelt werden müssen. Auch eine Vergiftung, etwa mit Rattengift, lässt sich bei Blut nicht ausschließen. Das ist ein Notfall, stelle deine Katze sofort vor.
Deine Katze verliert Gewicht
Erbricht deine Katze Galle, frisst nicht mehr oder wirkt schlanker? Ein Gewichtsverlust kann viele Ursachen haben. Lass deine Katze untersuchen, damit die Ursache gefunden und behandelt werden kann.
Das Erbrochene sieht aus und riecht wie Kot
Das weist auf einen Darmverschluss hin und ist ein Notfall. Suche sofort eine Tierärztin oder einen Tierarzt auf.
Wenn du dich vor hohen Tierarztkosten schützen möchtest, kann eine Katzenkrankenversicherung sinnvoll sein.
Die Ursachen des Erbrechens
Akutes Erbrechen
Von akutem Erbrechen spricht man, wenn es seit weniger als etwa fünf Tagen besteht. Die häufigsten Ursachen sind dann verdauungsbedingt. Eine Gastritis kann zum Beispiel entstehen durch:
- Futter: Deine Katze hat vielleicht Verdorbenes gefressen, das sie schlecht verträgt oder das eine Lebensmittelvergiftung ausgelöst hat.
- Trichobezoare: Haarballen können die Magenschleimhaut reizen. Fällt deiner Katze das Ausscheiden schwer, erbricht sie anfangs oft nur Galle.
- Fremdkörper: Katzen verschlucken manchmal Fäden oder Gummibänder, die den Darm oder Magen reizen. Kommt es zu einer Obstruktion mit Lustlosigkeit und wiederholtem Erbrechen, ist das ein Notfall.
- Medikamente: Ist deine Katze in Behandlung, lies die Packungsbeilage und prüfe, ob Erbrechen zu den Nebenwirkungen gehört.
- Vergiftung: Medikamente, ätzende Substanzen oder Gifte können Erbrechen auslösen. Häufig kommen Speichelfluss, Krämpfe oder Lustlosigkeit dazu. Das ist ein Notfall.
Chronisches Erbrechen
Wirkt deine Katze gesund, frisst normal und zeigt keine weiteren Symptome, kann eine chronische Gastritis dahinterstecken, zum Beispiel durch eine Futterunverträglichkeit. Eine tierärztliche Abklärung mit zusätzlichen Untersuchungen kann die Ursache klären.
Geht es deiner Katze schlecht, etwa mit Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder Vitalitätsverlust, kann eine ernstere Erkrankung vorliegen. Sobald weitere Symptome mit dem Erbrechen einhergehen, ist ein Termin ratsam. Mögliche Ursachen sind eine entzündliche Darmerkrankung, eine Leber- oder Nierenerkrankung, eine Hyperthyreose oder ein Tumor im Bauchraum. In vielen Fällen gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten.
Was du zu Hause tun kannst
Welches Futter nach dem Erbrechen?
Gib deiner Katze direkt nach dem Erbrechen zunächst kein Futter, damit ihr Magen zur Ruhe kommt. Stelle ihr frisches Wasser bereit. Nach einigen Stunden kannst du ihr wieder etwas von ihrem gewohnten Futter anbieten und schauen, ob sie von allein frisst. Manche Katzen brauchen etwas länger, das ist nicht sofort ein Grund zur Sorge. Frisst deine Katze jedoch zwei Tage lang nicht, solltest du sie tierärztlich vorstellen. Liegt eine Verdauungsstörung vor, kann dir die Tierärztin oder der Tierarzt ein besonders magenschonendes Futter empfehlen.
Welche Behandlung zu Hause?
Gib deiner Katze keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung, sonst kannst du das Erbrechen verschlimmern. Hilf stattdessen bei der Diagnose: Notiere die Farbe des Erbrochenen, ob verdautes Futter oder Blut enthalten ist, wie häufig es auftritt und wann es begonnen hat. Ein Foto kann hilfreich sein. Halte außerdem bereit, womit du deine Katze fütterst, und beobachte ihr Verhalten auf Auffälligkeiten.
Häufige Fragen
Warum erbricht meine Katze morgens gelbe Galle?
Oft steckt ein leerer Magen dahinter. Über Nacht sammelt sich Galle an und reizt die Magenschleimhaut. Eine kleine Mahlzeit am späten Abend oder mehrere kleine Portionen über den Tag können helfen.
Ab wann ist Erbrechen bei Katzen gefährlich?
Einmaliges Erbrechen bei einer munteren Katze ist meist harmlos. Gefährlich wird es bei wiederholtem oder heftigem Erbrechen, bei Blut, bei kotartigem Erbrochenen, bei Futterverweigerung, Gewichtsverlust oder deutlicher Mattigkeit. Warte in diesen Fällen nicht ab.
Was darf ich meiner Katze nach dem Erbrechen zu fressen geben?
Lass den Magen zunächst einige Stunden ruhen und biete Wasser an. Danach eignet sich das gewohnte Futter in kleiner Menge. Wechsle das Futter nicht eigenmächtig, sondern nur auf tierärztlichen Rat.
Wie unterscheide ich Galle von Magensäften?
Galle ist dunkelgrün bis gelb, Magensäfte sind eher klar bis leicht schaumig. Beides tritt vor allem bei leerem Magen auf.
Wichtiger Hinweis
Die Inhalte dieses Magazins dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine professionelle tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Problemen oder Fragen zu Medikamenten wende dich bitte immer an deine Tierärztin, deinen Tierarzt oder eine Tierklinik. Beginne, ändere oder beende eine Behandlung nicht eigenständig ohne fachlichen Rat.





