Mein Hund atmet schnell: Symptome und Ursachen, die man kennen sollte

In Ruhe atmet ein gesunder erwachsener Hund etwa 14 bis 22 Mal pro Minute. Bei Bewegung, Hitze, Aufregung oder im Traum darf die Atmung deutlich schneller sein, das ist normal. Aufmerksam werden solltest du, wenn dein Hund in völliger Ruhe oder im Schlaf dauerhaft mehr als 30 bis 40 Atemzüge pro Minute macht. Sofort in die Tierklinik gehörst du, wenn zusätzlich eine bläuliche Zunge oder blasses Zahnfleisch, angestrengtes Atmen mit offenem Maul, starke Unruhe oder ein Kollaps auftreten. Warte in diesem Fall nicht ab. Es ist ganz also normal, wenn du deinen Hund manchmal schnell atmen oder hecheln siehst. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du die Atemfrequenz deines Vierbeiners bestimmst, wie du normale von unnormalen Ursachen unterscheidest und was du tun kannst.

Normale Atemfrequenz, klare Alarmwerte und ein Notfallplan für schnell atmende Hunde verständlich erklärt.

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Zusammengefasst

  • Die normale Atemfrequenz eines erwachsenen Hundes liegt in Ruhe bei etwa 14 bis 22 Atemzügen pro Minute.
  • Du kannst die Atemfrequenz mit einer Uhr in 15 Sekunden selbst messen.
  • Schnelles Atmen bei Bewegung, Hitze oder Stress ist meist harmlos.
  • Dauerhaft über 30 bis 40 Atemzüge in Ruhe sind ein Alarmwert.
  • Bläuliche Zunge, offenes Maul mit Atemnot oder ein Kollaps bedeuten sofort ab in die Tierklinik.
  • Wenn dein Hund gesundheitliche Probleme hat, kann eine Hundekrankenversicherung von Dalma dich bei den Tierarztkosten unterstützen.

Notfall erkennen

Bring deinen Hund sofort in die nächste Tierklinik, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:

  • Ruheatmung dauerhaft über 30 bis 40 Atemzüge pro Minute, ohne dass er sich vorher angestrengt hat
  • Bläuliche oder blasse Zunge und Schleimhäute
  • Angestrengtes Atmen mit offenem Maul und gestreckter Haltung
  • Kollaps, Umkippen oder starke Schwäche

Ruf am besten unterwegs schon in der Klinik an, damit sie euch erwartet.

Normale Atemfrequenz beim Hund auf einen Blick

Die Atemfrequenz gibt an, wie viele Atemzüge dein Hund pro Minute macht. Hunde atmen normalerweise schneller als Menschen. Kleine Hunde und Welpen liegen dabei höher als große Hunde. Die folgende Tabelle zeigt dir grobe Richtwerte für die Atmung in Ruhe und im Schlaf.

Hund Atemzüge pro Minute in Ruhe Atemzüge pro Minute im Schlaf
Welpe etwa 20 bis 40 meist unter 40
Kleiner Hund etwa 18 bis 22 meist unter 30
Großer Hund etwa 14 bis 20 meist unter 30

Alarmwert: Liegt die Atmung in echter Ruhe oder im entspannten Schlaf dauerhaft über 30 bis 40 Atemzügen pro Minute, solltest du das ernst nehmen und tierärztlichen Rat einholen. Kurzzeitig schnelleres Atmen nach Bewegung, bei Hitze oder Aufregung ist dagegen normal.

Wie du die Atemfrequenz deines Hundes misst

Am besten misst du, wenn dein Hund ruhig steht oder gerade entspannt ruht. Stell dich seitlich leicht hinter seinen Brustkorb und beobachte das Heben und Senken. Zähle die Atemzüge 15 Sekunden lang und multipliziere das Ergebnis mit 4, dann hast du den Wert pro Minute.

Ein Beispiel: Du zählst 5 Bewegungen in 15 Sekunden, das ergibt 20 Atemzüge pro Minute und liegt für einen erwachsenen Hund im Normalbereich. Bei langem Fell kannst du deine Hände seitlich an den Brustkorb legen und die Bewegungen ertasten.

Harmlose Gründe für schnelles Atmen

Oft steckt hinter schnellem Atmen ein völlig harmloser Grund:

  • Körperliche Anstrengung: Bei Bewegung brauchen die Muskeln mehr Sauerstoff, also steigt die Atemfrequenz.
  • Hecheln zur Kühlung: Hunde schwitzen kaum über die Haut. Über schnelles, flaches Atmen mit offenem Maul geben sie Wärme ab und regulieren so ihre Temperatur.
  • Stress und Aufregung: Beim Tierarzt, im Auto oder in neuen Situationen kann die Atmung auch in Ruhe ansteigen, oft über 25 Atemzüge pro Minute.

Hunde sind empfindlicher gegenüber Hitze als gegen Kälte. Achte im Sommer auf kühle Tageszeiten für Spaziergänge, um einem Hitzschlag beim Hund vorzubeugen.

Ernste Ursachen, die du kennen solltest

Manche Hunde mit stark verkürzter Schnauze haben eine Verengung der Atemwege, das sogenannte Brachycephalensyndrom. Daneben gibt es weitere gesundheitliche Ursachen:

  • Herzerkrankung: Bei Herzproblemen kann Atemnot entstehen, der Hund atmet schneller und Bauch und Brust bewegen sich unregelmäßig. Auch junge Hunde können betroffen sein.
  • Infektion oder Lungenverletzung: Virale, bakterielle oder parasitäre Infektionen der Atemwege sowie Verletzungen der Lunge können die Atmung beschleunigen.
  • Vergiftung: Wenn dein Hund schnell oder schwer atmet und etwas Giftiges gefressen haben könnte, zählt jede Minute. Mehr dazu liest du unter Vergiftung beim Hund.
  • Fremdkörper: Gelangt ein Fremdkörper in die Atemwege, kann das die Atmung stören. Liegt die Blockade weit vorne, kannst du vorsichtig versuchen, sie zu lösen, ansonsten geht es sofort in die Praxis.

Wie du in solchen Notlagen ruhig und richtig handelst, zeigt dir der Ratgeber Erste Hilfe beim Hund. Weitere Themen rund um die Gesundheit findest du im Ratgeber Hundegesundheit.

Häufige Fragen

Warum atmet mein Hund schnell bei geschlossenem Maul?

Schnelles Atmen durch die Nase kann von Angst, Stress oder Überhitzung kommen. Es kann aber auch auf eine Erkrankung wie das Brachycephalensyndrom, eine Kehlkopflähmung, eine Lungenentzündung oder eine Bronchitis hindeuten. Bleibt es unklar oder hält es an, lass die Ursache tierärztlich abklären.

Warum atmet mein Hund schnell im Schlaf?

Oft träumt dein Hund einfach. Er bewegt dann die Beine oder gibt leise Töne von sich, das ist harmlos. Zähle im Zweifel im ruhigen Tiefschlaf die Atemzüge. Liegt der Wert dauerhaft über 30, ist das ein Grund für einen Tierarztbesuch.

Wie beruhige ich einen Hund, der schnell atmet?

Sorge für Ruhe, biete einen kühlen Platz und frisches Wasser an und beobachte deinen Hund. Bei Verdacht auf einen Hitzschlag helfen feuchte Handtücher oder eine lauwarme Dusche. Macht beim Spielen eine Pause, sobald dein Hund sich hinlegt.

Wann sollte ich mir Sorgen machen?

Du kennst deinen Hund am besten. Wenn sich die Atmung trotz Ruhe nicht normalisiert oder weitere Symptome wie starker Speichelfluss, Blutungen oder ungewöhnliche Atemgeräusche dazukommen, kontaktiere zeitnah eine Tierarztpraxis. Bei den Notfallzeichen weiter oben geht es sofort in die Klinik.

Wichtiger Hinweis

Die Inhalte dieses Magazins dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine professionelle tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Problemen oder Fragen zu Medikamenten wende dich bitte immer an deine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik. Versuche nicht, die Behandlung deines Tieres eigenständig ohne professionelle Beratung zu beginnen, zu ändern oder abzusetzen.

Qualifizierte Registered Veterinary Nurse mit einem Schwerpunkt auf Anästhesie und Ernährung

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