Was ist eine Zyste beim Hund?
Eine Zyste ist eine verschlossene Tasche unter der Haut deines Hundes oder auf einem inneren Organ. Sie enthält eine Substanz, die normalerweise flüssig oder weich ist. Dabei kann es sich um natürliche Körpersubstanzen wie Talg oder Schweiß oder um abnorme Abbauprodukte wie tote Zellen und Keratin handeln. Die Entwicklung von Zysten kann bei einem alten Hund normal oder ein Zeichen eines Problems sein. Besonders eine Zyste unter der Haut kannst du leicht ertasten.
Welche Arten von Zysten gibt es bei Hunden?
Talgzysten
Eine Talgzyste entsteht durch das Wachstum einer Talgdrüse, die an der Basis eines Haares liegt und Talg produziert. Die Zyste zeigt sich als einzelner weißer oder bläulicher Knoten auf oder unter der Haut deines Hundes. Sie ist ein paar Zentimeter groß und kann beim Aufplatzen eine dicke, graue bis gelb-braune Substanz freisetzen. Diese Zysten sind normalerweise harmlos, können aber Komplikationen verursachen, wenn sie nicht behandelt werden.
Follikelzysten
Follikelzysten treten häufig bei Hunden auf und stellen eine Erweiterung der Haarbasis dar. Es handelt sich meist um eine einzelne harte Masse auf oder unter der Haut, vor allem am Kopf, Hals oder Rumpf. Drückst du darauf, können diese Zysten eine dicke weiße, gelbe oder braune Substanz absondern, die Juckreiz oder Schmerzen verursachen kann. In einigen Fällen infizieren sie sich und geben einen üblen Geruch ab.
Ovarialzysten
Ovarialzysten sind das Ergebnis eines ausbleibenden Eisprungs und zeigen sich häufig durch eine fortdauernde Hitzeperiode bei Hündinnen. Es handelt sich um mehrere flüssigkeitsgefüllte Strukturen unterschiedlicher Größe, die im Allgemeinen bei älteren Hündinnen im Alter von 6 bis 8 Jahren auftreten.
Prostatazysten
Prostatazysten sind große Knoten in der Prostata beim Rüden, deren Durchmesser von einigen Millimetern bis zu mehr als 20 Zentimetern reichen kann. Sie können die Folge hormoneller Veränderungen sein.
Nierenzysten
Eine einzelne Nierenzyste hat in der Regel keine Auswirkungen auf die Gesundheit deines Hundes. Treten jedoch mehrere Knoten in den Nieren auf, die grob erweitert sind, spricht man von polyzystischen Nieren. In einigen Fällen verursachen sie keine Symptome, in anderen führen sie allmählich zu einer Niereninsuffizienz. Diese Erkrankung tritt häufiger bei Beagle, Bull Terrier, Cairn Terrier und West Highland White Terrier auf.
Sind Zysten beim Hund gefährlich für die Gesundheit?
Das Vorhandensein einer Zyste gilt nicht als gefährlich für die Gesundheit deines Hundes, es sei denn, sie infiziert sich nach dem Aufplatzen. In diesem Fall wird empfohlen, sie chirurgisch entfernen zu lassen. Du solltest darauf vorbereitet sein, dass die Entfernung einer Zyste Kosten verursacht.
Wie unterscheidest du eine Zyste von einem Tumor beim Hund?
Zysten fühlen sich oft weich an und sind mit einer eher klaren oder viskosen Flüssigkeit gefüllt. Sie können einzeln oder mehrfach, klein oder groß und mehr oder weniger beweglich sein. Lipome sind gutartige Fettgeschwulste von weicher Konsistenz, beweglich und schmerzfrei, sie wachsen langsam. Bei Tumoren handelt es sich um Zellhaufen, die sich unkontrolliert entwickeln, sie können hart und fest sowie von sehr unterschiedlicher Form und Größe sein. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.
Wann solltest du dir bei einer Beule Sorgen machen?
Ein Knoten oder eine spürbare Masse auf oder unter der Haut deines Hundes kann je nach Art verschiedene Ursachen haben. Oft ist es eine gutartige Zyste, in seltenen Fällen kann es Krebs sein. Vereinbare im Zweifel einen Termin mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt. Sie oder er kann die Diagnose durch Feinnadelaspiration oder durch eine Biopsie mit anschließender Analyse bestätigen. Wenn du eine Schwellung speziell am Rücken bemerkst, hilft dir unser Beitrag Mein Hund hat eine Beule auf dem Rücken weiter.
Wie behandelt man eine Zyste beim Hund?
Medizinische Behandlungen
In einigen Fällen, etwa bei mehreren kleinen Follikelzysten, kann eine medizinische Behandlung durch deine Tierärztin oder deinen Tierarzt hilfreich sein. Je nach Typ der Zyste ist es nötig, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln, um die Zyste zu beseitigen oder zumindest zu verkleinern. Für homöopathische Mittel gibt es bei Zysten keinen wissenschaftlichen Wirknachweis. Verlasse dich deshalb nicht darauf, sondern halte dich an die tierärztlich empfohlene Behandlung. Infiziert sich die Zyste, kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt orale Antibiotika verschreiben.
Chirurgische Eingriffe
Die beste Möglichkeit, eine Zyste dauerhaft loszuwerden, ist die chirurgische Entfernung. Der Eingriff ist einfach und wird häufig unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Ist die Zyste groß, kommt zuweilen eine Vollnarkose zum Einsatz. Anschließend muss die betroffene Stelle geschützt werden, und dein Tier darf sich etwa zehn Tage lang nur eingeschränkt bewegen, bis die Nähte entfernt werden. Wenn möglich, ist die Laserbehandlung für follikuläre Zysten empfehlenswert. Eine Hundekrankenversicherung kann die Kosten für Diagnose und Operation abfedern.
Behandlung zu Hause
Wenn die Zyste aufbricht und Flüssigkeit austritt, solltest du sie vorsichtig mit warmem Wasser reinigen und trocknen lassen. Halte die umliegende Haut sauber und trocken. Im Fall einer Infektion kann es helfen, mehrmals täglich warme Kompressen aufzulegen, um die Resorption zu fördern.
Wie entfernt man eine Zyste beim Hund? Kann man sie selbst durchstechen?
Die Entfernung einer Zyste erfordert in den meisten Fällen einen chirurgischen Eingriff. Konsultiere daher deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, wenn dein Hund zum Beispiel eine Beule im Nacken oder am Rücken hat. Sie oder er bestätigt die Diagnose und leitet eine wirksame Behandlung ein.
Du solltest niemals versuchen, eine Zyste selbst zu durchstechen. Dadurch könnte ein bakterieller Infekt entstehen, der Komplikationen verursacht und die Behandlungsdauer verlängert. Versuch daher, deinen Hund davon abzuhalten, an der Zyste zu reiben, sie zu kratzen, zu lecken oder zu beißen, damit keine Entzündungsreaktion entsteht.
Häufige Fragen zur Zyste beim Hund
Ist eine Zyste beim Hund gefährlich?
Die meisten Zysten sind gutartig und bedrohen die Gesundheit deines Hundes nicht. Gefährlich werden sie vor allem dann, wenn sie platzen und sich infizieren. Im Zweifel lass jede neue Umfangsvermehrung tierärztlich abklären.
Wie unterscheide ich eine Zyste von einem Tumor?
Eine Zyste fühlt sich meist weich und prall an und ist flüssigkeitsgefüllt, während bösartige Tumore oft hart und fest sind und schneller wachsen können. Sicher unterscheiden lässt sich das nur durch eine tierärztliche Untersuchung, etwa per Feinnadelaspiration oder Biopsie.
Darf ich eine Zyste beim Hund selbst ausdrücken?
Nein. Selbst ausdrücken oder durchstechen kann eine Infektion auslösen und die Heilung verzögern. Überlass das der Tierärztin oder dem Tierarzt.
Was kostet die Entfernung einer Zyste beim Hund?
Die Kosten hängen von Größe, Lage und Art der Betäubung ab. Eine Hundekrankenversicherung kann diese Ausgaben abfedern.
Wann muss ich mit meinem Hund zum Tierarzt?
Suche eine Praxis auf, wenn die Zyste schnell wächst, sich entzündet, aufplatzt, schmerzt oder wenn du unsicher bist, ob es sich wirklich um eine Zyste handelt.





