Was ist ein Leistenbruch beim Hund?
Ein Leistenbruch – medizinisch Leistenhernie genannt – ist ein Defekt oder eine Schwachstelle in der Bauchwand im Bereich der Leiste. Durch diese Öffnung können Fettgewebe, Blase oder Darmteile austreten. Besonders gefährlich wird es, wenn Organe eingeklemmt werden und die Blutversorgung unterbrochen ist.
Typische Ursachen und Risikofaktoren
- Angeborene Bindegewebsschwäche (häufig bei Welpen oder Junghunden)
- Verletzungen oder Unfälle
- Hormonelle Veränderungen (z. B. während der Läufigkeit oder Trächtigkeit)
- Starkes Pressen bei Verstopfung oder Geburt
- Übergewicht
- Alterungsprozesse – bei älteren Hunden kann das Gewebe schwächer werden
Woran erkennst du einen Leistenbruch beim Hund?
Ein Leistenbruch kann je nach Größe und Inhalt unterschiedliche Symptome verursachen.
Typische Anzeichen:
- Weiche oder feste Schwellung in der Leistengegend
- Schmerzempfindlichkeit bei Berührung
- Unruhe, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen
- Erbrechen oder Verstopfung
- Plötzliche Verschlechterung bei Einklemmung (Notfall!)
Je früher du einen Leistenbruch erkennst, desto einfacher und kostengünstiger kann er behandelt werden.
Behandlung: Wie läuft die OP bei einem Leistenbruch ab?
Ein Leistenbruch heilt nicht von allein. In fast allen Fällen ist eine Operation notwendig, um die Bauchwand zu schließen und eingeklemmte Organe zu befreien.
Typischer Ablauf der Behandlung:
- Allgemeine Untersuchung und Diagnose (oft mit Ultraschall)
- Vorbereitung und Narkoseeinleitung
- Chirurgische Freilegung und Rückverlagerung des Gewebes
- Verschluss der Bruchpforte mit Nähten oder Netz
- Gabe von Schmerzmitteln und Antibiotika
- Nachsorge mit Kontrollterminen und ggf. Fadenentfernung
Leistenbruch beim Hund OP Kosten
Die OP-Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: Größe des Bruchs, Dringlichkeit, Klinik oder Praxis, Abrechnungsfaktor nach GOT (Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte) und eventuelle Komplikationen.
Typische Leistungen mit Beispielkosten:
Beispielkosten für einen unkomplizierten Fall:
Ein junger Hund hat einen kleinen, nicht eingeklemmten Leistenbruch. Nach Diagnose per Ultraschall wird er planmäßig operiert. Mit Narkose, OP, Medikamenten und zwei Nachkontrollen liegen die Gesamtkosten bei etwa 350 € bis 600 €.
Beispielkosten für einen komplizierten Verlauf:
Ein älterer Hund kommt mit einem eingeklemmten Darm in den Notdienst. Es folgt eine sofortige OP unter Vollnarkose, stationäre Versorgung über mehrere Tage, zusätzliche Medikamente und engmaschige Nachkontrollen. Die Gesamtkosten können hier schnell 800 € bis über 1.200 € erreichen.
Weitere Kostenfaktoren
- Alter Hund: Ältere Tiere benötigen oft intensivere Nachsorge
- Leistenbruch beim Rüden: Häufig im Zusammenhang mit anderen Operationen wie Kastration durchgeführt
- Komplikationen: z. B. Infektionen, erneute Operationen
- Notfall-OPs: Höhere Kosten durch Zuschläge und Personalaufwand
Hinweis zur Kostenübernahme bei einer Hundekrankenversicherung
Mit einer Hundekranken- oder OP-Versicherung bei Dalma bist du bei solchen Eingriffen wie einem Leistenbruch finanziell abgesichert. Wichtig ist, dass der Vertrag vor der Diagnose abgeschlossen wurde und Wartezeiten eingehalten sind.
Dalma übernimmt je nach Tarif unter anderem:
- Tierärztliche Untersuchungen und Diagnostik
- Operationen und Narkose
- Medikamente
- Stationäre Aufenthalte
- Nachbehandlungen und Verbandwechsel
- Erstattung bis zum vierfachen GOT-Satz, inkl. Not- und Wochenendzuschläge
- Kostenübernahme auch vor und nach einer OP (30 Tage davor und danach)
Realistisches Beispiel aus der Praxis
Thomas aus Köln berichtet: „Mein Labrador Ben hatte plötzlich eine Schwellung in der Leiste. Die Tierärztin stellte per Ultraschall einen Leistenbruch fest. Zum Glück war noch nichts eingeklemmt. Wir haben die OP sofort gemacht. Insgesamt kostete es knapp 500 €, Dalma hat 90 % übernommen. Ohne Versicherung hätte mich das richtig finanziell belastet.“